Die Perlen des Salzburger Nachtlebens

Die Partylandschaft Salzburgs – von den „Locals“ mit Stereotypen durchlöchert und allseits verhasst. Irgendwie kommt man dann doch nicht drum rum und findet sich in den wabernden Bässen irgendeiner Bar wieder, von der man eigentlich eh immer meckert – da gehen ja nur Depperte oder Druffis hin – aber lustig ists ja dann doch immer.

Heute: Das City Beats

L’introduction

Der Hotspot für alle Salzburger Studis und Take Five Gänger, die mal ihre „Street Credibility“ beweisen wollen und sich daher mal unter den einfachen Pöbel wagen. Auf den zahlreichen fetten Events, die immer wieder aufs Neue von den Salzburger Pseudo-Influencern auf Instagram angekündigt werden, findet sich eigentlich immer ein bunter Mix an allerlei Leuten. 

Zu den Klängen von Mainstream-Mucke reibt man sich dann die Synapsen mit sauteurem Vodka Bull ein und greift sich am nächsten Tag fassungslos an den Kopf, wenn man die Fotos des Abends auf der Facebook Seite sieht. Zwischen urbanen Schönheiten und Dsquared Kappen sieht der Autor dann eher aus wie der Dorfbucklige, wie der menschgewordene Ticket-Stempler im Obus. Man ist halt da, aber fühlt sich nicht so richtig willkommen. 

Die Innereien

Die Innenausstattung des City Beats wirkt in etwa so steril wie das Motel One Wien-Westbahnhof. Gebe es einen Club, in dem man sich einen heruntergestürzten Chilli-Cheese-Kebap vom Toilettenboden einverleiben würde, es wäre dieser. Man mag diese hochmoderne und makellose „P1-Attitüde“ mögen oder nicht, das City Beats spricht durch seine Innenausstattung einfach ein ganz bestimmtes Klientel an und ist somit zweifelsohne eine Bereicherung für die „City“ in puncto Aufmachung. 

La musica

House & RnB, so lautet das Credo des Clubs in Sachen Musik. Auf den bereits erwähnten saucoolen In-Events findet man hier aber immer wieder mal Ausreißer. Deutschrap ohne Grund, 80’s und vieles mehr. Die Musik bietet keinerlei Angriffsfläche für den Ottonormal-Marshmello-Hörer und eignet sich gut zum mitgröhlen, wenn der Motor im Hirn schon eine gewisse Drehzahl erreicht hat. 

Die Türpolitik

Manchmal geht man mit einem Freund hin der hat einen Hawara der kennt irgendwen der den Türsteher kennt. Dann kommt man an der Schlange vorbei und fühlt sich in etwa so wichtig, als würde man in der Schule eine frische Packung Orbit aus dem Eastpack zaubern. Ohne Witz, die Schlange nervt echt ab, aber die Türpolitik versprüht alles in allem den Charme eines Großstadtclubs. Ganz in Ordnung eigentlich.

Die Flüssignahrung

Bei allen wenig ernst gemeinten Spitzen von vorhin konnte man „nüchtern“ (absoluter Fun-Journalismus) betrachtet noch nicht viel bemängeln. Beim Studium der Getränkekarte treibt einem der Anblick ebenjener jedoch jedes Mal heftig dicke Schweißperlen ins Gesicht. Der letzte verbliebene Zivi-Lohn schrumpft hier ins Unermessliche, bestellt man mal wieder zwei „Flügerl“ für 16€, schwört sich am nächsten Tag, man knallt sich besser nächstes Mal schon vor dem Fortgehen mit Tetra-Pack Rotwein die Rübe voll, tut es dann wieder nicht und wiederholt den gleichen Zirkus am darauffolgenden Wochenende auf ein Neues. Hier besteht, wie im Bezug auf die Ernsthaftigkeit dieses Textes, noch Luft nach oben!

Das Fazit

Das City Beats ist alles in allem ein gutes Platzerl zum sich zur Besinnungslosigkeit zu betrinken hier in Salzburg – eckt nicht wirklich an und macht immer Spaß. Bei allem Positivem bietet es aber immer noch Raum für das, was wir Salzburger Fortgeher eh am liebsten machen – das ewige Meckern über die Salzburger Fortgeher. Eine echte Perle des Salzburger Nachtlebens. 

© Patrick Lientschnig